„Alle sagen, dass Zeit Dinge ändert,

aber du musst sie doch selber ändern?"

- Andy Warhol -

1. Warum braucht die

Digitalisierung eine Strategie?

Mit der Digitalisierungsstrategie der Landesregierung digital@bw wollen wir die Chancen der Digitalisierung nutzen und Baden-Württemberg zu einer Leitregion des Digitalen Wandels machen – gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, gemeinsam mit der Wirtschaft und der Wissenschaft, gemeinsam mit den Kommunen, gemeinsam mit dem Bund und dem vereinten Europa. Die Landesregierung begreift Digitalisierung als Gestaltungsaufgabe. Sie setzt dabei Schwerpunkte, die zu Baden-Württemberg passen und packt sie an:

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 Wir haben das „Testfeld für autonomes Fahren“ in Karlsruhe eingerichtet, damit Unternehmen und Forschungseinrichtungen neue Dienstleistungen rund um das vernetzte Fahren im realen Straßenverkehr erproben können.

wir digitalisieren

nicht erst seit gestern

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 Beim Projekt „moveBW“ bringen wir in einer Datenplattform alle relevanten Partner zur Verkehrssteuerung zusammen, um einen App-basierten Mobilitätsassistenten zu entwickeln, der die Verkehrsinformation und Mobilitätsbedürfnisse intelligent verbindet und den Verkehrsfluss optimiert.

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 Im Projekt LETS go! entsteht eine innovative Lösung zum flächendeckenden Einsatz und Kontrolle von E-Tickets im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Das Projekt macht alle heute in Baden-Württemberg im Betrieb befindlichen E-Ticket-Systeme landesweit nutzbar und verknüpft sie miteinander.

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 Der „Forschungscampus Arena 2036“ schafft im Herzen der Wirtschafts- und Automobilregion Baden-Württemberg ein Hightech-Zentrum, das auch international eine der wichtigsten Forschungsplattformen werden soll. Im Forschungscampus arbeiten die Universität Stuttgart und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft an innovativen Ansätzen für den Automobilbau und die Produktion der Zukunft.

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 Internetunternehmen sind die weltgrößten Investoren in Künstliche Intelligenz. Die Landesregierung will in diesem zukunftsweisenden Feld, in dem große Fortschritte für die Menschheit und Milliardenumsätze prognostiziert werden, mitgestalten. Daher haben wir 2016 das Forschungszentrum - „Cyber Valley“ gestartet, das die Stärken unserer Wissenschaft und Wirtschaft auf engem Raum bündelt und Baden-Württemberg zu einem international sichtbaren Spitzenstandort für die Entwicklung intelligenter Systeme macht.

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 Mit dem Innovationsnetzwerk „Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ wird der Mittelstand in Richtung Industrie 4.0 begleitet. Baden-Württemberg war das erste Bundesland, das die Kompetenzen aus Produktions- sowie Informations- und Kommunikationstechnik in einem zukunftsweisenden Netzwerk gebündelt hat.

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 Um Fach- und Nachwuchskräfte auf die Anforderungen einer digitalen Arbeitswelt vorzubereiten, haben wir als erstes Bundesland sogenannte „Lernfabriken 4.0“ eingerichtet. In praxisnahen Lernumgebungen werden die Fachkräfte von morgen an 16 Standorten im Land an die Bedienung von Anlagen auf Basis von automatisierten Industriestandards herangeführt.

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 Der „Digitale Weiterbildungscampus“ ist eine landesweite digitale Infrastruktur für Lehr- und Lernszenarien in der Weiterbildung. Rund 80 Einrichtungen der allgemeinen, beruflichen und wissenschaftlichen Weiterbildung nutzen den Weiterbildungscampus derzeit.

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 Mit der Initiative „Kindermedienland Baden-Württemberg“ haben wir bereits 2010 eine ressortübergreifende Plattform geschaffen, um die digitalen Kompetenzen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu stärken und sie fit für die digitale Gesellschaft zu machen.

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 Das Programm „eJustice“ bringt für die baden-württembergische Justiz eine epochale Veränderung: Über 2,5 Millionen Verfahren mit Papieraktenbergen und Papierpost an 12.500 Arbeitsplätzen bewältigen wir künftig papierlos.

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 2017 haben wir den Startschuss für die landesweite Einführung der „Elektronischen Akte“ gegeben. Ende 2018 beginnt die Pilotphase, ab 2022 soll dann die Landesverwaltung flächendeckend mit der Elektronischen Akte arbeiten.

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 Seit mehr als 10 Jahren steht den Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen das zentrale Portal „service-bw“ zur Verfügung. Damit können Behördengänge rund um die Uhr bequem vorbereitet und immer mehr Dienstleistungen online genutzt werden.

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 Die Landesregierung hat die Bedeutung der Geoinformation für die digitale Gesellschaft frühzeitig erkannt, zusammen mit Kommunen und Wirtschaft den Aufbau einer „Geodateninfrastruktur Baden-Württemberg“ initiiert und sich zum Ziel gesetzt, die Geodaten der öffentlichen Verwaltung über das Internet für alle verfügbar zu machen.

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 In einer bundesweiten Vorreiterfunktion haben wir mit der „E-Science Strategie“ Handlungsoptionen bei Digitalisierung, Lizenzierung und Open Access frühzeitig entwickelt, um die nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit von Forschung und Lehre in Baden-Württemberg zu sichern.

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 Wir haben ein E-Learning Konzept vorgelegt und innovative Lehrformate an unseren Hochschulen gefördert.

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Mit der von der Wirtschaft und Wissenschaft getragenen Initiative „Forward IT“ haben wir eine Sicherheitsarchitektur geschaffen, um kleine und mittlere Unternehmen im Land u. a. mit sicheren IT-Lösungen zu versorgen und sie vor Cyberangriffen zu schützen.

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 Digitalisierung braucht Infrastruktur: Um jeden Haushalt in Baden-Württemberg schnellstmöglich mit schnellem Internet zu versorgen, fördert das Land als Pionier unter den Ländern den kreisübergreifenden Ausbau von sogenannten Backbone-Netzen. Damit nimmt Baden-Württemberg bundesweit eine Vorreiterrolle ein.

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 Im März 2016 hat das Kabinett die „Landesstrategie Ressourceneffizienz Baden-Württemberg“ verabschiedet und darin u. a. die zentralen Aktionsfelder für Innovation und Technologieentwicklung im Land identifiziert.

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 2013 haben wir den Verein Smart Grids BW mit dem Ziel gegründet, Baden-Württemberg zu einem Schaufenster für intelligente Netze zu entwickeln.

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 Mit dem Umweltinformationssystem haben wir seit über 30 Jahren darauf hingearbeitet, Bürgerinnen und Bürgern über Datenportale vielfältige Zugänge und Nutzungen für Umweltdaten zu ermöglichen.

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 Digitalisierung macht an Ressortgrenzen nicht halt. Daher wurde bereits 2015 eine Geschäftsstelle für Digitalisierung beim Staatsministerium eingerichtet, um die Projekte der Ministerien zu koordinieren. Die Stabstelle, die seit Mitte Juni 2016 mit erweiterten Kompetenzen beim Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration angesiedelt ist, hat in Teamarbeit mit den Ministerien wichtige Vorarbeiten zur Gestaltung des digitalen Wandels im Land geleistet. Die wesentlichen Ergebnisse aus diesen Vorarbeiten sind in die ressortübergreifende Digitalisierungsstrategie eingeflossen.

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 Während andere noch über die Einrichtung eines Digitalisierungsministeriums diskutieren, gehen wir in Baden-Württemberg mit gutem Beispiel voran. Als eines der ersten Bundesländer haben wir die Zuständigkeit für ressortübergreifende Digitalisierungsthemen wie beispielsweise die Strategieentwicklung in einem Haus, dem Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration, gebündelt. Im Kabinettsausschuss Digitalisierung, den wir eingerichtet haben, machen die Ministerinnen und Minister den Digitalen Wandel zur Chefinnen- und Chefsache.

2. Was sind

unsere Ziele?

Die Digitalisierungsstrategie digital@bw soll aufzeigen, in welche Zukunft uns die Digitalisierung führen soll und auch kann, wenn wir die richtigen Weichenstellungen vornehmen. Als starker Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort gehen wir die Gestaltung der Digitalisierung selbstbewusst an. Dabei sind uns besonders folgende Punkte wichtig:

unsere

Digitalisierungs-

strategie will

leitlinie

Nachhaltige Digitalisierung

Bei alledem ist für uns das Thema Nachhaltigkeit von grundlegender Bedeutung. Denn die Ressourcen unserer Erde sind endlich. Deshalb wollen wir unser Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell unter ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten in einem offenen Diskurs weiterentwickeln. Wir wollen die Potenziale der Digitalisierung nutzen, um eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Dabei sehen wir die Digitalisierung als „Innovations- und Nachhaltigkeitsmotor“: Wir streben an, die ökonomischen, sozialen und ökologischen Aspekte der Nachhaltigkeit so auszubalancieren, dass Baden-Württemberg zu einer Leitregion bei intelligenten, ressourcensparenden und klimaschonenden Technologien wird und uns eine weitgehende Entkoppelung von Wachstum und Ressourcenverbrauch gelingt. Der Nutzen für den Menschen steht im Fokus einer „Nachhaltigen Digitalisierung.“

3. wo liegen unsere

stärken und schwächen?

Digitalisierung ist ein stetiger Prozess. Nur wer sich wandelt kann Schritt halten. Deshalb ist es wichtig nicht nur seine Stärken, sondern auch seine Schwächen zu kennen.

Industrielle Stärke, vor allem bei der Digitalisierung im Maschinen- und Automobilbau (Industrie 4.0)

Das Land ist Spitzenreiter im Länderranking des bundesweiten Industrie 4.0-Atlas und bietet damit zahlreiche Möglichkeiten des Wissenstransfers

Bei der digitalen Vernetzung des Öffentlichen Personennahverkehrs kann Baden-Württemberg mit innovativen Angeboten wie ticket2go punkten

Zudem liegt Baden-Württemberg bei der Ladeinfrastruktur für Elektroautos auf fast vergleichbarem Niveau wie das größere Flächenland Nordrhein-Westfalen und deutlich vor Bayern

Die Versorgung mit Carsharing-Angeboten kann in Baden-Württemberg, mit fünf Städten in den deutschlandweiten Top 10, als ausgesprochen gut bezeichnet werden

Beim automatisierten Fahren ist Baden-Württemberg mit einem der momentan führenden Anbieter (teil-)autonomer Fahrzeuge und dem Testfeld „Autonomes Fahren“ gut aufgestellt

Mit der Verankerung der Medienbildung als einer Leitperspektive der schulischen Bildung wurde ein wichtiger Schritt getan

Bei der Leistung der digitalen Gesundheitswirtschaft sowie der strategischen Einbindung digitaler Technologien in die Gesundheitsversorgung, beispielsweise durch die Initiierung von telemedizinischen Projekten, positioniert sich Baden-Württemberg im Bundesländervergleich in der Spitzengruppe

Die Forschung, Entwicklung und Innovation von Künstlicher Intelligenz und Industrie 4.0 werden in Baden-Württemberg insbesondere im Maschinen- und Automobilbau gut unterstützt

Bei der Umsetzung der Energiewende schneidet Baden-Württemberg im Bundesländervergleich gut ab

Auch bei der Digitalisierung der Energiewende hat das Land mit dem SmartGridsBW gute Rahmenbedingungen geschaffen

Ausbaufähige Internetinfrastruktur und Datensicherheit

Mangelnde IT-Kenntnisse

Zu geringe Bereitstellung von Wagniskapital durch private Investoren, um die Entwicklung neuer digitaler Ideen zu fördern

Verbesserungspotenzial bei der allgemeinen Verbreitung von Mobilitäts-Apps

Angebot und Nachfrage von E-Government befinden sich noch im Anfangsstadium

Mangel an Koordination zwischen den Verwaltungsebenen

Es fehlen noch differenzierte Digitalisierungsstrategien in den Kommunen

Kleine und mittlere Unternehmen sind bei der Umsetzung von Innovationen zu zurückhalten

Breitbandversorgung ist noch nicht optimal. Insbesondere im ländlichen Raum, wo sich ein Großteil der Unternehmen im Land befindet, ist man noch weit entfernt von einer flächendeckenden Verfügbarkeit von schnellem Internet

Bei der Etablierung von Medienkonzepten besteht Nachholbedarf

Notwendiger Ausbau der Cybersicherheit

Bereitschaft der Unternehmen in Baden-Württemberg, an Initiativen wie der Allianz für Cybersicherheit teilzunehmen, ist verhältnismäßig gering

4. was haben

wir vor?

schwerpunkte

unserer Strategie

querschnitts

themen

5. download

bereich

die gesamte

Digitalisierungsstrategie